Die Metamorphose

In der Natur gibt es eine sehr stimmige Analogie, die zeigt, wie alte Formen, die nicht mehr zeitgemäss sind, in einem lebendigen Prozess in neue Formen verwandelt werden: Die Metamorphose von der Raupe zur Puppe und zum Schmetterling.

Wer kennt sie nicht, die kleine Raupe Nimmersatt von Eric Carle? Sie frisst und frisst und frisst, bis sie immer langsamer wird und schliesslich zum Stillstand kommt. Ihre äussere Form verhärtet sich. Sie hat sich verpuppt. Aber was passiert im Verborgenen, bevor der Schmetterling in Erscheinung tritt?
Nach einer Weile zeigen sich in der Puppe neue Zellen. Das sind die ersten Schmetterlingszellen, die ganz andere Merkmale aufweisen und in eine neue Richtung weisen. Das Immunsystem der Raupe ist aber noch auf die alte Form ausgerichtet und sieht in den neuen Zellen eine Gefahr; es greift sie an und vernichtet sie. Dies geschieht, obwohl die neuen Zellen Teil desselben Wesens sind, aber eben bereits das Neue im Alten repräsentieren. Es entstehen aber immer mehr von diesen Schmetterlingszellen und der innere, sich im Unsichtbaren abspielende Kampf, geht weiter und weiter.
Nun geschieht etwas Erstaunliches: Die neuen Schmetterlingszellen, die im alten Raupenkörper leben, aber bereits die Zukunft, die Anlagen für das Neue in sich tragen und bruchstückhaft repräsentieren, sie fangen an, sich mit gleichartigen Zellen zu Clustern zu verbinden – sie bilden Zellgemeinschaften.
Dadurch verschieben sich nach und nach die Kräfteverhältnisse. Die einzelnen Schmetterlingszellen-Cluster senden nun feine Fäden aus und fangen an, mit den anderen Clustern zu kommunizieren und sich auch mit ihnen zu verbinden. So entsteht in einem lebendigen Prozess ein immer komplexer werdendes Zellgefüge. Schliesslich kollabiert das Immunsystem der Raupe. Dann geht es sehr schnell, und nach kurzer Zeit gibt es innerhalb der Puppe keine einzige Raupenzelle mehr. Das ist der Tod der alten Form zugunsten einer neuen, die sich nun immer mehr herausbildet.
Solange der Schmetterling noch nicht voll ausgereift ist, hält die Haut des alten, der Puppe, dieses «Neue» in sich zusammen und bietet ihm Schutz und Hülle. Erstaunlich ist: Die sich herausbildende Körperlichkeit des Schmetterlings passt haargenau in die Form der Puppenhülle, obwohl diese noch einen Teil des Alten darstellt. Wenn die körperlichen Formen ausgereift sind, drückt der Schmetterling die Hülle der Puppe auf und arbeitet sich unter grossen Mühen aus der alten Form hinaus in die Freiheit. Während die Raupe nur kriechen konnte, erdgebunden war, kann der Schmetterling fliegen, sich frei im Raum bewegen und zeigt auch noch durch andere Merkmale, dass eine andere Lebensform in ihm in Erscheinung tritt.
Interessant an dem Prozess ist auch, dass der Schmetterling die Kraft aus sich selbst heraus aufbringen muss, die alten Formen zu durchbrechen. Wenn man ihm diese Mühe abnimmt und die Puppenhülle manuell erweitert, so kann er anschliessend nicht fliegen. Er braucht den Widerstand der alten Form, um sich gesund und kräftig entwickeln zu können, da er an diesem Widerstand erst die Kraft bildet, die er anschliessend zum Fliegen braucht.

Wir lieben dieses Bild, weil es so tiefgreifend und freilassend für eigene Interpretationen ist. Wir lieben es so sehr, dass wir den Aufbau und Rhythmus unseres ersten Buches «DAS GIFT UND WIR- Wie der Tod über die Äcker kam und wie wir das Leben zurückbringen können» ins Zeichen dieser Metamorphose gestellt haben. Hoffend, dass uns als Gesellschaft die Transformation von industrieller, gegen die Natur arbeitenden, hin zu natürlichen, mit der Natur arbeitenden, Leben respektierenden und Leben fördernden Ernährungssystemen gelingen wird.
Die Verwirklichung des Schmetterlings geschieht durch Metamorphose, bei der das in der Raupe liegende Potenzial voll entfaltet wird. Die Metamorphose unserer Ernährungssysteme kann durch Kooperation und Assoziation, durch Austausch, gegenseitige Inspiration und Bewusstseinsbildung gelingen. Wir müssen uns nicht mehr weiterentwickeln, aber wir können es. Darin liegt unsere Würde als Menschen, unsere Freiheit, aber auch unsere Mit-Verantwortung für die Weiterentwicklung unserer Kultur. Alles kann in diesem Geschehen seinen Sinn haben, selbst der Tod. Die Konfrontation mit dem Tod kann zu seinem Wachmacher werden.
Neugierig geworden? Das Buch gibt es auf www.dasgiftundwir.ch

Fruchtbarer Boden verschwindet Quadratmeter für Quadratmeter unter Neubaugebieten und Asphalt oder durch Erosion. Was aber viel schwerer ins Gewicht fällt: Die Qualität der Böden, der Humusgehalt, nimmt weltweit in rasantem Tempo ab. Das geschieht u.a. durch zu schweres Ackergerät, Monokulturen und Pestizide.
Für den Wirkstoff Glyphosat gibt es beispielsweise zwei Patente: Eines als Herbizid und eines als Antibiotikum. Man kann sich denken, was passiert, wenn ein Antibiotikum in regelmässigen Abständen auf das, für die Humusbildung zuständige Mikrobiom des Bodens trifft…
Die fehlende Biodiversität von Monokulturen schränkt die Futtergrundlage der Bodentiere stark ein. Wer Humus aufbauen will, der muss sich um Bodenlebewesen kümmern und ihnen einen angemessenen Lebensraum schaffen. Es gibt zahlreiche Beispiele, wie das im Einklag mit einem wirtschaftlich erfolgreichen Ackerbau funktioniert. Denn fruchtbarer Boden ist lebendig! Nur in Zusammenarbeit mit den Bodenlebewesen, welche zwei Drittel der weltweiten Arten ausmachen, können wir langfristig ausreichend gesunde Nahrung anbauen. Schützen wir sie, dann schützen wir uns!
Die Bäuerinnen und Bauern des Bodenfruchtbarkeitsfonds führen bodenaufbauende und -erhaltende Massnahmen auf ihren Äckern durch.

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Die Metamorphose

In der Natur gibt es eine sehr stimmige Analogie, die zeigt, wie alte Formen, die nicht mehr zeitgemäss sind, in einem lebendigen Prozess in neue Formen verwandelt werden: Die Metamorphose von der Raupe zur Puppe und zum Schmetterling.

Wer kennt sie nicht, die kleine Raupe Nimmersatt von Eric Carle? Sie frisst und frisst und frisst, bis sie immer langsamer wird und schliesslich zum Stillstand kommt. Ihre äussere Form verhärtet sich. Sie hat sich verpuppt. Aber was passiert im Verborgenen, bevor der Schmetterling in Erscheinung tritt?
Nach einer Weile zeigen sich in der Puppe neue Zellen. Das sind die ersten Schmetterlingszellen, die ganz andere Merkmale aufweisen und in eine neue Richtung weisen. Das Immunsystem der Raupe ist aber noch auf die alte Form ausgerichtet und sieht in den neuen Zellen eine Gefahr; es greift sie an und vernichtet sie. Dies geschieht, obwohl die neuen Zellen Teil desselben Wesens sind, aber eben bereits das Neue im Alten repräsentieren. Es entstehen aber immer mehr von diesen Schmetterlingszellen und der innere, sich im Unsichtbaren abspielende Kampf, geht weiter und weiter.
Nun geschieht etwas Erstaunliches: Die neuen Schmetterlingszellen, die im alten Raupenkörper leben, aber bereits die Zukunft, die Anlagen für das Neue in sich tragen und bruchstückhaft repräsentieren, sie fangen an, sich mit gleichartigen Zellen zu Clustern zu verbinden – sie bilden Zellgemeinschaften.
Dadurch verschieben sich nach und nach die Kräfteverhältnisse. Die einzelnen Schmetterlingszellen-Cluster senden nun feine Fäden aus und fangen an, mit den anderen Clustern zu kommunizieren und sich auch mit ihnen zu verbinden. So entsteht in einem lebendigen Prozess ein immer komplexer werdendes Zellgefüge. Schliesslich kollabiert das Immunsystem der Raupe. Dann geht es sehr schnell, und nach kurzer Zeit gibt es innerhalb der Puppe keine einzige Raupenzelle mehr. Das ist der Tod der alten Form zugunsten einer neuen, die sich nun immer mehr herausbildet.
Solange der Schmetterling noch nicht voll ausgereift ist, hält die Haut des alten, der Puppe, dieses «Neue» in sich zusammen und bietet ihm Schutz und Hülle. Erstaunlich ist: Die sich herausbildende Körperlichkeit des Schmetterlings passt haargenau in die Form der Puppenhülle, obwohl diese noch einen Teil des Alten darstellt. Wenn die körperlichen Formen ausgereift sind, drückt der Schmetterling die Hülle der Puppe auf und arbeitet sich unter grossen Mühen aus der alten Form hinaus in die Freiheit. Während die Raupe nur kriechen konnte, erdgebunden war, kann der Schmetterling fliegen, sich frei im Raum bewegen und zeigt auch noch durch andere Merkmale, dass eine andere Lebensform in ihm in Erscheinung tritt.
Interessant an dem Prozess ist auch, dass der Schmetterling die Kraft aus sich selbst heraus aufbringen muss, die alten Formen zu durchbrechen. Wenn man ihm diese Mühe abnimmt und die Puppenhülle manuell erweitert, so kann er anschliessend nicht fliegen. Er braucht den Widerstand der alten Form, um sich gesund und kräftig entwickeln zu können, da er an diesem Widerstand erst die Kraft bildet, die er anschliessend zum Fliegen braucht.

Wir lieben dieses Bild, weil es so tiefgreifend und freilassend für eigene Interpretationen ist. Wir lieben es so sehr, dass wir den Aufbau und Rhythmus unseres ersten Buches «DAS GIFT UND WIR- Wie der Tod über die Äcker kam und wie wir das Leben zurückbringen können» ins Zeichen dieser Metamorphose gestellt haben. Hoffend, dass uns als Gesellschaft die Transformation von industrieller, gegen die Natur arbeitenden, hin zu natürlichen, mit der Natur arbeitenden, Leben respektierenden und Leben fördernden Ernährungssystemen gelingen wird.
Die Verwirklichung des Schmetterlings geschieht durch Metamorphose, bei der das in der Raupe liegende Potenzial voll entfaltet wird. Die Metamorphose unserer Ernährungssysteme kann durch Kooperation und Assoziation, durch Austausch, gegenseitige Inspiration und Bewusstseinsbildung gelingen. Wir müssen uns nicht mehr weiterentwickeln, aber wir können es. Darin liegt unsere Würde als Menschen, unsere Freiheit, aber auch unsere Mit-Verantwortung für die Weiterentwicklung unserer Kultur. Alles kann in diesem Geschehen seinen Sinn haben, selbst der Tod. Die Konfrontation mit dem Tod kann zu seinem Wachmacher werden.
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Fruchtbarer Boden verschwindet Quadratmeter für Quadratmeter unter Neubaugebieten und Asphalt oder durch Erosion. Was aber viel schwerer ins Gewicht fällt: Die Qualität der Böden, der Humusgehalt, nimmt weltweit in rasantem Tempo ab. Das geschieht u.a. durch zu schweres Ackergerät, Monokulturen und Pestizide.
Für den Wirkstoff Glyphosat gibt es beispielsweise zwei Patente: Eines als Herbizid und eines als Antibiotikum. Man kann sich denken, was passiert, wenn ein Antibiotikum in regelmässigen Abständen auf das, für die Humusbildung zuständige Mikrobiom des Bodens trifft…
Die fehlende Biodiversität von Monokulturen schränkt die Futtergrundlage der Bodentiere stark ein. Wer Humus aufbauen will, der muss sich um Bodenlebewesen kümmern und ihnen einen angemessenen Lebensraum schaffen. Es gibt zahlreiche Beispiele, wie das im Einklag mit einem wirtschaftlich erfolgreichen Ackerbau funktioniert. Denn fruchtbarer Boden ist lebendig! Nur in Zusammenarbeit mit den Bodenlebewesen, welche zwei Drittel der weltweiten Arten ausmachen, können wir langfristig ausreichend gesunde Nahrung anbauen. Schützen wir sie, dann schützen wir uns!
Die Bäuerinnen und Bauern des Bodenfruchtbarkeitsfonds führen bodenaufbauende und -erhaltende Massnahmen auf ihren Äckern durch.

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